COPD macht den Alltag nicht einfacher. Vieles wird beschwerlicher. Die Sorge, eine Atemnotattacke zu erleiden, macht Angst. Bewegungen werden vermieden, ebenso Kontakte mit Bekannten und Freunden. So wird der Alltag wird immer eintöniger, die Stimmung immer depressiver. Dies wiederum führt zu verstärkten Rückzugstendenzen…

Gar nicht einfach aus diesen Teufelskreis herauszukommen. Am Anfang braucht es viel Überwindungskraft, einiges an guten Willen und die richtigen Maßnahmen. Aber es ist möglich – und es geht!

Viele COPD - Patienten haben durch gezielte Aktivitäten im Alltag neuen Lebensmut geschöpft. Sie können jetzt mit ihrer Krankheit – auch in einem höheren Stadium – recht gut leben.

Selbsthilfegruppen

Eine einfache, billige und sehr wirksame Maßnahme, die das Leben mit COPD rasch zum Besseren wendet: Die Selbsthilfegruppe - z.B. die Österreichische Lungenunion

"Gemeinsam statt einsam" heißt die Devise und genau das braucht der isolationsgefährdete Patient.
Die Selbsthilfegruppe stellt den Menschen und seine Krankheit wieder mitten ins Leben. Erfahrungen austauschen, Gleichgesinnte treffen, über Sorgen und Ängste sprechen, Ratschläge aus der Praxis bekommen – und geben. Mit der Gruppe und in der Gruppe lassen sich viele schwierige Probleme lösen, gibt es Kraft und Hilfe im Umgang mit der Krankheit.

COPD im Berufsleben und Alltag

Sprechen Sie mit Ihren Kollegen über Ihre Erkrankung – das ermöglicht und fördert das Verständnis. Scheuen Sie sich nicht, während der Arbeitszeit Ihre Medikamente zu nehmen. Und: bestehen Sie darauf, dass in Ihrer Umgebung nicht geraucht wird!

Weiter im Berufsleben bleiben?

Wenn es die Krankheit zulässt, sollten Sie in Ihrer gewohnten Lebenswelt bleiben. Der Beruf gehört meist dazu. Viele psychische Bedrohungen bleiben schwächer ausgeprägt, oder kommen gar nicht zum Vorschein, wenn das Leben weitestgehend „den gewohnten Gang geht“.

Erst wenn die Krankheit dies nicht mehr erlaubt, sollten Sie über einen vorzeitigen Ruhestand nachdenken, aber  sich diesen Schritt in jeder Hinsicht gründlich überlegen. Vielleicht ist für Sie eine Teilzeit-Beschäftigung möglich.

Raus aus der „Ich muss mich schonen“ - Falle

Weil COPD - Patienten weniger Luft bekommen, neigen sie dazu, sich auch weniger zu bewegen. Sie geraten in die „Ich muss mich schonen“ – Falle: weniger Bewegung führt zu mehr Gewicht. Zu viel Liegen und Sitzen schwächt den Organismus. In der Folge kommt der Patient noch schneller außer Atem und schränkt seine Aktivitäten weiter ein.

Wenn die Krise kommt: Was tun bei akuter Atemnot?

1. Keine Panik!
2. Körperliche Anstrengung einstellen!
3. Ein rasch wirksames, Bronchien erweiterndes Medikament inhalieren!
4. Atemerleichternde Körperposition einnehmen (z.B. Kutschersitz)
5. Mit der Lippenbremse atmen!

Wenn sich die Symptome nicht rasch verbessern, rufen Sie die Rettung, oder suchen Sie einen Arzt oder eine  Ambulanz auf!

Aktiv ist attraktiv: fünf gute Tipps!

  • So viel als möglich selbst machen!
    Bleiben Sie im Aktivitätsmodus. Natürlich in Ihrem Tempo. Gehen Sie einkaufen zu Fuß, erledigen Sie kleine Haus- oder leichte Handwerksarbeiten. Sie erhalten damit Ihre  Selbständigkeit.

  • Gut geplant ist halb gewonnen!
    Überlegen Sie bei allem, was Sie tun wollen. im Vorhinein, welche Anstrengungen dafür notwendig sein werden. Vergessen Sie nicht, auch Erholungspausen einzuplanen. Sie sollten wissen, wo es auf Ihren Wegen Möglichkeiten für eine kurze Rast gibt. Die Strecke zum Supermarkt sollte über Sitzgelegenheiten verfügen, um unterwegs eine Weile pausieren zu können. Überlegen Sie sich auch einen Plan für den Notfall. Für den Fall, dass Ihnen unterwegs die Kraft ausgeht: Leisten Sie sich ein Taxi.

  • Einteilung hilft gegen – Müdigkeit!
    Überraschend, nicht? Aber es stimmt, denn die Symptome von Müdigkeit und Kurzatmigkeit hängen sehr eng zusammen. Betroffene können sie oft nicht getrennt wahrnehmen. Das genaue Einteilen der Energie und ein vorsorgliches Planen können einen zu raschen Verschleiß der Kräfte verhindern.

  • Entdecken Sie, die "Qualität der Langsamkeit"!
    Gemach, gemach - auch wenn es schwer fällt, zu akzeptieren, dass das Leben mit COPD etwas bedächtiger abläuft. Suchen Sie Sich Ihren neuen, harmonischen Rhythmus der gelassenen Art.

  • Wir bleiben aktiv!  Auch bei fortgeschrittener COPD!
    Hilfsmittel wie z. B. verlängerte Schuhlöffel oder Bürsten, Waschbretter (um das Sitzen in der Badewanne zu erleichtern) der Rollator und vieles mehr unterstützen Sie  bei den täglichen Aktivitäten.

6 Grundregeln für einen „aktiven Lifestyle“

  • Stück für Stück!
    Nicht alles in einem Zug erledigen. Unangenehme oder anstrengende Tätigkeiten wollen die meisten so schnell wie möglich hinter sich bringen. Vieles aber muss nicht „auf einen Sitz“ erledigt werden und kann „Stück für Stück“ in Etappen abgearbeitet werden. Da können dann auch Menschen mit COPD gut mit.

    Beispiel:
    Statt an einem Tag in der Woche den ganzen Tag putzen erledigen Sie im Haushalt jeden Tag der Woche ein kleines Stückchen.

  • In der Ruhe liegt die Kraft!
    Wenn Sie bei Stress und Anspannung innerlich „um einige Gänge runterschalten“ hilft das – auch der der Atmung.

  • Mein eigener Lebensrhythmus!
    Es gibt (auch) im Leben mit COPD gute und schlechte Tage. Stellen Sie sich darauf ein. Erledigen Sie anstrengende Aufgaben genau dann, wenn Sie am meisten Energie haben.Vermeiden Sie Überanstrengung und Stress aus alter Gewohnheit oder aus übertriebenem Perfektionismus. Überdenken Sie Ihr Tun! Wenn Sie mit Ihrer Energie sorgfältig haushalten, werden Sie Ihre Lebensqualität verbessern.

  • Ich bleibe „gemeinsam“
    Wer krank ist oder kränkelt, dem ist kaum nach Gesellschaft zumute. Wird diese Ablehnung  zur Gewohnheit, droht eine veritable Vereinsamung mit allen Konsequenzen. Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern reden Sie mit Freunden und Bekannten. Auch darüber, wie es Ihnen geht. Planen Sie regelmäßige Verabredungen und halten Sie diese Termine auch dann ein, wenn Sie sich dazu überwinden müssen. Die Begegnung mit Anderen holt Sie oft auch aus dem Tief!

  • Mein Bewegen folgt meiner Atmung!
    Normalerweise ist es ja umgekehrt. Die Atmung reagiert auf die Anstrengungen und erhöht bei Bedarf die Frequenz. Das ist mit COPD aber nur sehr eingeschränkt  möglich; es droht Atemnot. Daher muss sich der Arbeitsaufwand nach den Möglichkeiten der Atmung richten. Z. B. beim Einatmen zwei Schritte gehen und beim Ausatmen vier bis sechs - nicht umgekehrt.

  • Ich beachte meine Grenzen!
    Wer selbst seine Grenzen gut einschätzt, ist sicher und auch schneller unterwegs. Wer weiß, dass er/sie unterwegs Pausen einlegen muss, bis sich die Atmung wieder normalisiert,  kommt, zwar bedächtig, aber dennoch zügig, weiter. Wer es zu schnell angeht, bleibt nicht selten mit Atemnot auf der Strecke.

 

Trip-Tipps für Reisende mit COPD

Es ist nicht egal, wohin Sie fahren. Mit COPD gilt es, die Urlaubsdestination gut zu überlegen – und auch mit dem Arzt darüber zu sprechen.  Bei der Wahl des Urlaubsortes ist oft der Schweregrad der COPD zu berücksichtigen.

  • Fragen Sie, informieren Sie sich...
    ...noch vor Antritt der Reise über eine allfällige Reiseversicherung. Sie enthält meist auch einen Passus über „chronisch kranke Patienten“.
    ...über geeignete Ansprechpartner am Urlaubsort.

  • Merken, am Besten aufschreiben:
    ...Adressen und Telefonnummern geeigneter Ärzte und Krankenhäuser in der Nähe Ihres Zielortes.
    ...Die örtlichen Notrufnummern für Rettung und Notarzt.
    ...Die Inhaltsstoffe und Dosierungen Ihrer Medikamente.

 

Flugreisen mit COPD

Vorab mit Ärztin oder Arzt sprechen!

Wenn Sie eine Flugreise planen, müssen Sie wissen, ob Sie im Flugzeug zusätzlich Sauerstoff benötigen. Untersuchungen haben gezeigt, dass COPD - Betroffene auf Flugreisen sechsmal häufiger Anfälle von Atemnot erleiden als Gesunde. Wie bei Wanderungen in Höhenlagen wird im Flugzeug mehr Sauerstoff benötigt. Je nach Flughöhe herrscht in der Maschine ein Druck, der einer Höhe von 2.500 bis 3000 Meter über dem Meeresspiegel entspricht. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt  und das kann zu Atemnot führen. Das ist für Gesunde normalerweise kein Problem – der verminderte Sauerstoffdruck wird durch eine schnellere, tiefere Atmung ausgeglichen. COPD - Patienten jedoch können bereits unter Normalbedingungen einen niedrigen Sauerstoffpartialdruck von etwa 60mmHg haben. Wenn dann im Flugzeug ein weiterer Druckabfall erfolgt, kann bald die kritische Grenze von 50mmHg unterschritten werden.  
Auf Langstreckenflügen wird ein Mindestsauerstoffpartialdruck von 55 mmHg empfohlen.

So schützen Sie sich im Flugzeug vor Atemnot

Ihre Flugtauglichkeit bescheinigt der Arzt. Stellt er aber fest, dass Sie während der Flugreise auf jeden Fall zusätzlichen Sauerstoff benötigen, müssen Sie bei der Airline nachfragen, ob diese während des Fluges eine Sauerstoffzufuhr anbietet bzw. ob Sie Gasdruckflaschen oder tragbare Sauerstoffkonzentratoren mitführen dürfen. Oft wird dafür eine (englisch abgefasste) Bescheinigung des Arztes erforderlich.

Sie benötigen am Zielort eine dauerhafte Sauerstoffversorgung bzw. ein Beatmungsgerät?

Erkundigen Sie beim Geräteversorger/-hersteller:

  • Ist Ihr Gerät „flugzeugtauglich“?
  • Gibt es Hersteller/Versorger vor Ort?
  • Sind technische Besonderheiten am Zielort zu beachten:  Stromspannung, Sauerstoffversorgung, Stromstecker, Handling bei technischen Problemen u. ä. m.

Das COPD Handgepäck

Alle wichtigen Utensilien (Medikamente, Inhalatoren etc.) gehören unbedingt ins Handgepäck, um stets verfügbar zu sein. Packen Sie sicherheitshalber zusätzlich einige Packungen Ihrer wichtigsten Medikamente ein - falls Sie länger bleiben wollen oder müssen.

Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Krankheit und packen Sie nur das Nötigste ein, damit Sie sich beim Tragen nicht zu sehr anstrengen müssen. Oder verpflichten Sie einen Gepäckservice.