Die Basis jeder gesunden Ernährung bilden Wasser und energiearme Getränke - täglich mindestens 1,5 Liter.
In welchem Mengenverhältnis zueinander sollen die verschiedenen Nahrungsmittel konsumiert werden, um sich gesund zu ernähren? Der größte Anteil entfällt auf Obst und Gemüse. Etwas weniger auf Getreideprodukte und Kartoffeln. Fleisch, Eier und Hülsenfrüchte teilen sich einen noch kleineren Anteil. Fett- und zuckerreiche Speisen sollen nur in geringeren Mengen verzehrt werden.

 

SEHR SPARSAM: Öle, Fette, Zucker, Süßes in Lebensmitteln und Getränken

TÄGLICH: Milch und Milchprodukte

REGELMÄSSIG: Fisch

MÄSSIG: Fleisch, Wurst und Eier

NACH APPETIT: Getreide, Kartoffeln

MEHRFACH TÄGLICH: Obst, Gemüse

OFTMALS TÄGLICH: Wasser, (ungesüßte) Getränke

 

Mit besten Empfehlungen: Obst, Gemüse und Soja!

Nicht nur die Menge, auch die Zusammensetzung der Nahrung ist wichtig für COPD - Patienten. Eine gesunde Mischkost ist die Basis. Einige Nahrungsmittel aber haben sich in verschiedenen Studien als besonders positiv für COPD Betroffene herausgestellt.

Bei Obst und Gemüse sind es vor allem jene Sorten, die sog. Antioxidanzien und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten (z.B. Brokkoli oder Tomaten). Antioxidanzien sind jene Substanzen, die freie Radikale, also aggressive, schädigende Sauerstoffmoleküle im Körper neutralisieren.  Sekundäre Pflanzenstoffe sind Substanzen in Pflanzen, die für Schutz und Gesunderhaltung beim Menschen sorgen.

In einer deutschen Studie zeigten sich mögliche positive Effekte, wie etwa eine Verringerung der Atemnot, durch Sojazufuhr. Japanische Studien berichten, dass der Verlust der Lungenfunktion durch hohen Sojakonsum gebremst  wurde.  Es besteht aber noch großer Forschungsbedarf.

Für all diese praktischen Empfehlungen gilt, dass sie einen langfristigen Ansatz erfordern und ein Erfolg letztlich nur vom Patienten selbst beurteilt werden kann.

Prinzipien (m)einer ausgewogenen Ernährung

  • 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit pro Tag!
  • Viel Gemüse und Obst!
  • Reichlich Vollkornprodukte!
  • Möglichst fettarme Milchprodukte!
  • Wenig Fleisch – mehr Fisch!
  • Ganz wenig Süßes und Fettes!

Der Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Wert, mit dem Sie feststellen, ob Sie Ihr persönliches Idealgewicht oder ob Sie Über- oder Untergewicht haben. Ihren BMI können Sie mit der folgenden Formel ausrechnen:

  • BMI = Körpergewicht in Kilogramm / Körpergröße in Zentimeter, zum Quadrat

Eine Gewichtsabnahme wird empfohlen bei

  • BMI ab/über 30 kg/m² oder
  • BMI ab/über 25 - 29,9 kg/m² - wenn gleichzeitig Risikofaktoren oder Krankheiten vorliegen, die durch Übergewicht ausgelöst, oder verschlimmert werden, oder zusätzlich ein erheblicher seelischer Leidensdruck besteht. Diese Indikation ist bei COPD gegeben.

Übergewicht bei COPD

Übergewicht kennzeichnet oft den Anfang, Untergewicht später die Folge der Krankheit. Dazwischen steht meist eine konsequent falsche Ernährung des COPD - Patienten.
Die Probleme des übergewichtigen Patienten sind ja bekannt. Bei COPD - Patienten wird es noch prekärer, denn  wer schnell außer Atem kommt kann sich noch weniger bewegen.

Abnehmen, aber richtig

Wer einige Kilos abnimmt, kommt nicht mehr so rasch außer Atem. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt übers Abnehmen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung ist auch von Nutzen.

Wollen Sie erfolgreich Ihr Gewicht regulieren?  Eine gezielte Ernährungsumstellung ist der eine, regelmäßige Bewegung der andere, wichtige Baustein zum erfolgreichen Abnehmen. Weniger Bewegung führt zu einem langsameren Stoffwechsel, die Muskeln verarbeiten weniger Kohlehydrate und Fett und diese landen dann zum Teil in den Fettdepots. Je mehr Muskelmasse durch Bewegung aufgebaut wird, desto besser funktioniert auch die Fettverbrennung – und damit das Abnehmen.

Das heißt nun: weniger essen? Ja! Abgenommen wird dann, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird, als er verbraucht. Aber nichts, bzw. zu wenig zu essen ist auch falsch. Richtig ist es, die Ernährung nachhaltig umzustellen, statt zu fasten. Andernfalls droht dem Übergewichtigen bei körperlicher Anstrengungen mit einer Exazerbation im Krankenbett zu landen.

Gewicht halten oder nachhaltig abnehmen

  • Lassen Sie sich nicht täuschen! Wenn Sie abnehmen, schickt das Fettgewebe Botenstoffe ins Gehirn, die ständig Hunger signalisieren. Da müssen Sie durch – Pausen einlegen, oder gezielte Bewegungen helfen dabei.
  • Genießen erlaubt! Ihre Lieblingsspeisen bleiben am Speiseplan. Aber deutlich seltener!
  • Vergessen Sie nicht: Ausreichend trinken! Oft ist es gar nicht Hunger, sondern Durst, der sich bemerkbar macht. Kalorienarme Getränke füllen den Magen.
  • Essen Sie langsam und kauen Sie sorgfältig! Konzentrieren Sie sich auf das Essen.
  • Nie hungrig einkaufen! Sie bringen dabei vieles heim, auf das Sie normalerweise verzichtet hätten. Besondere „Fallen“ sind Sonderangebote. Zu vieles wird dann gegessen, einfach aus der Angst heraus, es könnte sonst verderben.
  • „Belohnen“ Sie sich nicht mit Essbarem! Oft ist der Gusto danach besonders groß, wenn Sie mit dem Rauchen aufgehört haben. Finden Sie eine andere Art der Belohnung, etwa kalorienarme Getränke, aktive Pausen wie z. B. ein kurzer Spaziergang.
  • Für den kleinen Hunger und unterwegs: Obst oder ein ungefülltes Kornweckerl.
  • Beim Kochen: Messen Sie das Fett zum Braten mit einem Löffel ab! Statt Obers oder Rahm kommt Magerjoghurt ins Rezept, zum Garen wird eine Folie verwendet.
  • Am Arbeitsplatz: Der ideale Snack für Zwischendurch ist Obst oder Gemüse! Machen Sie zum Essen bewusst eine kleine Pause. Und: heimliche Süßigkeitenlager sind ein No-Go!

 

Untergewicht bei COPD

Nicht selten kommt es bei COPD zu einem Gewichtsverlust. Die Ursachen sind vielfältig. Ein erhöhter Grundumsatz, die durch die Krankheit entstehende katabole (abbauende) Stoffwechsellage oder eine oft zu beobachtende Appetitlosigkeit - all das kann dazu beitragen. Eine ausgewogene und energiereiche Ernährung verbessert sowohl die Symptomatik als auch das Fortschreiten der COPD.
Die Atemnot, vor allem im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium, kostet Kraft. Das Kauen der Mahlzeiten wird zur Schwerstarbeit; oft wird dann darauf verzichtet. Und weniger gegessen.
Neben dem Kalorienmangel entsteht so auch ein Defizit an wichtigen Schutzvitaminen, an  entzündungshemmenden und an abwehrstärkenden Stoffen. Eine ausgewogene Ernährung wird in diesen Fällen besonders schwierig und muss mit den richtigen kleinen Nahrungsmengen sorgfältig geplant werden. Das ist für die Patienten ohne Hilfe einer professionellen Ernährungsberatung meist nicht mehr möglich. Das korrekte Essverhalten muss richtiggehend trainiert werden.

Was mache ich bei Gewichtsverlust?

  • Langsam essen, kleine Bissen.
  • Verteilen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag.
  • Mit weicher Kost geht’s leichter.
  • Achten Sie auf eiweißreiche Nahrung.
  • Oft hilft es auch, die Speisen mit Milchprodukten, hochwertigen Ölen und/oder Maltodextrin (aus der Apotheke) anzureichern.
  • Versuchen Sie es mit sog. „Astronautenkost“. Eine bilanzierte, speziell zuckerbasierte oder kalorien- und einweißreiche Zusatznahrung. Sie versorgt den Körper mit Energie und die Muskel mit Eiweiß. Die empfohlene energiereiche Ernährung verbessert die Symptomatik und hemmt das Fortschreiten der COPD.
  • Bei ungewollten Gewichtsverlust (über zwei Kilo weniger) sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin!