Die moderne COPD Therapie setzt sehr stark auf Bewegung, gezieltes Atemmuskeltraining und Atemtechnik. Doch ganz ohne Medikamente geht es –  vor allem in den fortgeschrittenen Stadien – auch nicht.

Nehmen Sie die vom Arzt verordneten Medikamente genau nach Plan, verändern Sie nicht die Dosis und beachten Sie auch die Einnahmezeiten. In vielen Fällen ist es angezeigt, nach der Einnahme der Medikamente den Mund zu spülen.
Wenn Ihre Medikamente über eine spezielle Applikation (Inhalatoren oder andere Geräte) eingenommen werden müssen: lesen Sie die Gebrauchsanleitung, machen Sie sich mit dem Gerät vertraut.

Eine praktische Video-Anleitung für die richtige Verwendung der gebräuchlichsten Inhalatoren finden sie hier bei Videoschulung: Inhalieren - aber richtig!

Die klassischen Medikamente / Wirkstoffe gegen COPD

Atemwegerweiternde Medikamente werden inhaliert und sind kurz- oder lange wirksam.
Entzündungshemmende Wirkstoffe, hauptsächlich Kortison, werden zum Inhalieren als Spray oder als Pulver eingesetzt. Bei COPD Krisen (=Exazerbationen) wird Kortison auch als Tablette oder Injektion verwendet.

Schleimlösende Medikamente werden verordnet, um das  Abhusten des zähflüssigen Schleims zu erleichtern. Der Nutzen dieser speziellen Mittel ist bei COPD allerdings sehr individuell und nicht für alle Patienten empfohlen.
Die Langzeittherapie mit Sauerstoff (16 - 24 Stunden/Tag) charakterisiert sehr fortgeschrittene COPD-Stadien.

Angst vor Kortison?

Kortison, ein Verwandter des körpereigenen Stresshormons, über einen längeren Zeitraum hinweg oder mehrmals im Jahr verordnet, kann verschiedene Nebenwirkungen mit sich ziehen: Erhöhte Knochenbrüchigkeit, dünne, brüchige Haut, Wassereinlagerungen im Gewebe, Gewichtszunahme, Muskelkraftabnahme. Selten kann es auch zu Veränderungen der Augen, Bluthochdruck, Grauer Star oder Diabetes kommen.

Daher ist eine Kortison-Behandlung so kurz wie möglich zu halten und immer unter die Aufsicht des Arztes zu stellen! Auch spezielle Medikamente helfen, den möglichen Nebenwirkungen zu begegnen.

Moderne Kortisonpräparate zum Inhalieren

Heutige Präparate sind nebenwirkungsarm, nicht zuletzt, weil sie ihre Wirkung nur in der Lunge am Entzündungsherd entfalten.

Kortison – Stoßtherapie

Wird bei akuten Krankheitsschüben kurzzeitig - etwa zwei Wochen lang - verordnet und hilft dem/der Patientin, wieder zu Atem zu kommen. Schwere Nebenwirkungen treten bei dieser Kurzzeit-Behandlung in der Regel nicht auf.

Hustenmittel bei COPD?

Nur kurze Zeit und unbedingt in Absprache mit dem Arzt. Nächtlicher Husten ohne Auswurf kann ein Grund sein, Antitussiva  (Hustenreiz - stillende Medikamente) eine befristete Zeit lang einzunehmen. Vorsicht bei Auswurf: der Schleim kann unter anderem nicht mehr ausreichend abgehustet werden!